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European Anti-Fraud Office
Meldung von Betrugsfällen

OLAF-Bericht 2025: OLAF empfiehlt die Wiedereinziehung von durch Betrug und Unregelmäßigkeiten betroffene 597 Mio. EUR

  • Pressemitteilung
  • 20. April 2026
  • Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung
  • Lesedauer: 5 Min
© EU

Pressemitteilung Nr. 8/2026
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Im Jahr 2025 hat das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) laut seinem heute veröffentlichten Jahresbericht die Wiedereinziehung von missbräuchlich verwendeten EU-Mitteln in Höhe von fast 600 Mio. EUR empfohlen. Die Untersuchungen des OLAF verhinderten außerdem, dass 18 Mio. EUR unrechtmäßig ausgegeben wurden, wodurch die Rolle des OLAF als wichtiger Hüter des EU-Haushalts gestärkt wurde. Im Laufe des Jahres schloss das OLAF insgesamt 209 Untersuchungen ab und leitete 254 neue Untersuchungen ein.

Im Jahresbericht werden die Ergebnisse des OLAF hervorgehoben und der anhaltende Einsatz des Amtes für den Schutz der finanziellen Interessen der EU ausführlich dargelegt. Insbesondere werden im diesjährigen Bericht zwei bedeutende Neuerungen präsentiert: Das OLAF spricht Handlungsempfehlungen an einschlägige Interessenträger aus, was eine wirksamere und stärker koordinierte Vorgehensweise bei der Bekämpfung von Betrug und Unregelmäßigkeiten fördern soll. Außerdem enthält der Bericht eine detaillierte Aufschlüsselung der Beträge, die dank der Hilfe des OLAF in den letzten zehn Jahren in den EU-Haushalt zurückgeflossen sind.

„Im Jahr 2025 hat das OLAF beim Schutz der finanziellen Interessen der EU weiter eine Schlüsselrolle gespielt. Unsere Ergebnisse bleiben stabil. In den letzten zehn Jahren hat das OLAF bereits dabei geholfen, rund 6,8 Mrd. EUR einzuziehen oder zu schützen. Dies sind jedoch nicht nur Zahlen. Vielmehr geht es dabei um Schulen, die gebaut, Forschungsprojekte, die finanziert und Grenzen, die geschützt wurden. Die Arbeit des OLAF ist nichts Abstraktes und auch nichts weit Entferntes. Sie unterstützt die Mitgliedstaaten direkt und kommt den Bürgerinnen und Bürgern zugute“, erklärte OLAF-Generaldirektor Petr Klement. 

Wichtigste Zahlen des OLAF-Berichts 2025:

  • Empfehlungen für die Wiedereinziehung von 597 Mio. EUR in den EU-Haushalt
  • Vor missbräuchlicher Verwendung bewahrte Mittel aus dem EU-Haushalt in Höhe von 18 Mio. EUR
  • Abschluss von 209 Untersuchungen mit Empfehlungen an nationale und EU-Behörden für Folgemaßnahmen
  • Einleitung von 254 neuen Untersuchungen nach Vorprüfungen durch OLAF-Experten
  • 1 142 abgeschlossene Fallauswahlverfahren
  • In den letzten zehn Jahren wurden infolge von OLAF-Untersuchungen 6,8 Mrd. EUR zugunsten des Haushalts wiedereingezogen und 873 Mio. EUR vor einer missbräuchlichen Verwendung bewahrt. 

Die Arbeit des OLAF im Jahr 2025 erstreckte sich auf verschiedene Bereiche, darunter komplexe finanzielle Unregelmäßigkeiten, grenzüberschreitender illegaler Handel, Zollverstöße und Umweltbetrug. Im vergangenen Jahr wurden unter anderem Interessenkonflikte, Manipulationen bei der Auftragsvergabe und überhöhte Kosten untersucht. Zudem setzte das OLAF seine Untersuchung der Umgehung der EU-Sanktionen gegen Russland und Belarus fort und unterstützte die ukrainischen Zoll- und Strafverfolgungsbehörden.

„Die EU-Organe müssen sich zur Transparenz bekennen“

„Die EU-Organe müssen sich zur Transparenz bekennen“, betonte Generaldirektor Klement. Die internen Untersuchungen des OLAF sind weiterhin ein wesentlicher Bestandteil des EU-Rahmens für die Rechenschaftspflicht, der sicherstellt, dass die Mitglieder und Bediensteten der Organe den höchsten Standards in Bezug auf professionelles Verhalten und finanzielle Integrität entsprechen. 

Im Jahr 2025 konzentrierten sich die Untersuchungen des OLAF erneut auf komplexe und heikle Fälle, darunter solche, an denen hochrangige Beamte beteiligt waren und die dem Ruf der EU hätten schaden können. „Unabhängigkeit, Zugang zu sachdienlichen Informationen und die Möglichkeit, Kontrollen vor Ort durchzuführen, sind unerlässlich, damit das OLAF diese Aufgabe erfüllen kann“, fügte Klement hinzu. 

Weiteres Vorgehen im Bereich der Betrugsbekämpfung

In dem Bericht wird auch die Bedeutung der laufenden Überprüfung der europäischen Betrugsbekämpfungsarchitektur gewürdigt, mit der die Koordinierung, die Effizienz und der allgemeine Schutz des EU-Haushalts vor Betrug und Unregelmäßigkeiten verbessert werden sollen. Das OLAF beteiligt sich aktiv an diesem Prozess und arbeitet mit seinen Partnern wie dem Europäischen Rechnungshof, der Europäischen Staatsanwaltschaft, Europol und Eurojust zusammen, um die Betrugsbekämpfungsbemühungen der EU zu verstärken. Die Zusammenarbeit des OLAF mit den nationalen Behörden und anderen Partnern ist ein wesentliches Element seines Erfolgs. 

Trotz eines zunehmend komplexen Umfelds bleiben die Ergebnisse des OLAF stabil, und das Amt ist auch in einer Welt, in der Betrüger ständig an neuen Wegen zur Umgehung bestehender Vorschriften arbeiten, nach wie vor führend. Gleichzeitig steht das OLAF aber auch vor Herausforderungen, darunter ein Mangel an Personal. Das Amt hat in den letzten 15 Jahren 110 unbefristete Stellen verloren, was seine Fähigkeit, seine Aufgaben wirksam zu erfüllen, beeinträchtigt. 

„Wir brauchen angemessene Ressourcen, um unseren Auftrag weiterhin ordnungsgemäß ausführen zu können“, erklärte Generaldirektor Klement. „Für jeden in das OLAF investierten Euro wurde mehr als das Neunfache dieses Betrags in den EU-Haushalt zurückgeführt – dank des Einsatzes unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Fachwissen und Integrität das Rückgrat dieses Amtes bilden.“

 

Mission, Auftrag und Zuständigkeiten des OLAF:

Das OLAF hat die Aufgabe, Fehlverhalten im Zusammenhang mit EU-Mitteln aufzudecken, zu untersuchen und zu unterbinden.

Das OLAF erfüllt seinen Auftrag, indem es

  • unabhängige Untersuchungen von Betrug und Korruption im Zusammenhang mit EU-Mitteln durchführt, um sicherzustellen, dass das Geld der Steuerzahler in der EU Projekten zugutekommt, die Arbeitsplätze und Wachstum in Europa schaffen;
  • bei schwerwiegendem Fehlverhalten von Bediensteten und Mitgliedern der EU-Organe und -Einrichtungen Untersuchungen durchführt und so zur Stärkung des Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger in diese Organe und Einrichtungen beiträgt;
  • eine solide EU-Betrugsbekämpfungspolitik entwickelt.

Im Rahmen seiner unabhängigen Untersuchungsfunktion kann das OLAF Sachverhalte im Zusammenhang mit Betrug, Korruption und anderen gegen die finanziellen Interessen der EU gerichteten Straftaten in folgenden Bereichen untersuchen:

  • sämtliche EU-Ausgaben: Die wichtigsten Ausgabenkategorien sind die Strukturfonds, die Agrarpolitik und Mittel für die Entwicklung des ländlichen Raums, direkte Ausgaben und Außenhilfe;
  • einige Bereiche der EU-Einnahmen, hauptsächlich Zölle;
  • bei Verdacht auf schwerwiegendes Fehlverhalten von Bediensteten und Mitgliedern der EU-Organe und ‑Einrichtungen.

Wenn das OLAF seine Untersuchung abgeschlossen hat, obliegt es den zuständigen Behörden der EU und der Mitgliedstaaten, die Empfehlungen des OLAF zu prüfen und über etwaige Folgemaßnahmen zu entscheiden. Für alle Betroffenen gilt die Unschuldsvermutung, bis ihre etwaige Schuld von einem zuständigen EU-Gericht oder nationalen Gericht festgestellt wird.

Weitere Auskünfte: 

Pierluigi CATERINO
Sprecher                                                                         
Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF)                     
Telefon: +32 229 52335                                            
E-Mail: olaf-mediaatec [dot] europa [dot] eu (olaf-media[at]ec[dot]europa[dot]eu)
https://anti-fraud.ec.europa.eu/index_de
LinkedIn: European Anti-Fraud Office (OLAF)
X: x.com/EUAntiFraud
Bluesky: euantifraud.bsky.social

Datum der Veröffentlichung
20. April 2026
Autor
Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung
News type
  • OLAF press release